Ilaris – ein Überblick

Ilaris – ein Überblick

Bevor ich all die Dinge anspreche, die mir unter den Nägeln brennen: Herzlich willkommen auf meinem Blog! Hier wird es vor allem um Ilaris gehen, mein Regelsystem für das Spiel in Aventurien. Ilaris ist dabei keine Hausregelsammlung, sondern ein eigenständiges System, das in vielen Bereichen neue Wege geht.

Die Designziele

Diese neuen Wege lassen sich vielleicht am besten anhand der Designziele beschreiben, die ich beim Erschaffen der Regeln stets vor Augen hatte. Für Ilaris waren diese Ziele Einheitlichkeit, Effizienz und Entscheidungen.

Einheitlichkeit: Das System soll ein einheitliches Grundgerüst bieten, auf dem später alle Regelkomplexe aufbauen. In Ilaris gibt es beispielsweise nur einen einzigen Probenmechanismus für Fertigkeiten, Eigenschaften und Kampfwürfe. Vorhandene Regelmechanismen werden wann immer möglich aufgegriffen, anstatt einen neuen Regelkomplex einzuführen. So funktionieren alle handwerklichen Fertigkeiten, magische Forschung und Recherchen nach demselben Muster, das wiederum Ähnlichkeiten zu den Regeln zu Magie und Kampf hat. Dadurch sollen sich die Regeln nicht in Ausnahmen verlieren, sondern so intuitiv und eingängig wie möglich sein.

Effizienz: Regelmechanismen kommen mit deutlich weniger Würfel-, Rechen- und Verwaltungsaufwand aus und erlauben eine schnellere Gestaltung von Kämpfen, Rededuellen und Magie. Im Kampf muss etwa nur ein einziger Wert mitgehalten werden. Der Fokus soll auf dem Rollenspiel liegen, nicht auf den Regeln. Effizienz bedeutet aber auch, dass der Detailgrad einer Handlung oft skaliert werden kann. Das obligatorische Feilschen am Basar erfordert nur eine Probe, aber die nervenzerfetzende Verhandlung um das Leben der Geiseln bekommt die gebührende Aufmerksamkeit. Und im Kampf gibt es einen Würfelmechanismus, mit dem der Spielleiter sogar ganz ohne Kampfwürfe auskommt.

Entscheidungen: Für mich bedeutet Rollenspiel Entscheidungen. Entscheidungen sind der Grund, warum ich nicht nur Bücher lese oder ins Kino gehe, sondern in die Rolle eines Helden schlüpfe. Hier kann ich nicht nur eine Geschichte miterleben, sondern ich entscheide über Sieg oder Niederlage. Deswegen habe ich die Regeln von Ilaris so angelegt, dass immer wieder Entscheidungen gefordert werden, sei es bei der Charakterentwicklung, im Kampf oder im Spiel mit den Eigenheiten eines Helden. Entscheidungen brauchen aber echte Wahlmöglichkeiten. Ilaris bemüht sich deswegen um eine gewisse Ausgeglichenheit, um den Spielern gleichwertige Alternativen zu bieten.

Diese Ziele waren eine unschätzbare Hilfe. Denn meiner Meinung nach ist es wichtig zu wissen, was ein Rollenspiel will – und was nicht. Denn irgendwann kommen die Regeln zu einem Punkt, an dem Entscheidungen getroffen werden müssen. Einfachheit oder Komplexität? Einheitlichkeit oder Simulation? Bei solchen Entscheidungen gibt es kein Gut oder Schlecht, je nach persönlichem Geschmack, Spielstil oder wie man es auch nennen mag hat beides seine Berechtigung. Klare Ziele halfen mir, hier nicht den Überblick zu verlieren und ein Rollenspiel zu entwerfen, das – hoffentlich – rund und in sich konsistent ist.

Umgekehrt bedeutet das, dass sich verschiedene Ziele gegenseitig ausschließen. „Taktisch komplexe Kampfabbildung für Tabletopper“ und „regelleichtes Erzählspiel für Märchenonkel“ funktionieren wahrscheinlich nicht gut gemeinsam. Die Ziele bedeuten also immer auch einen Fokus auf einen gewissen Spielstil oder Spielertyp, der vom Regelwerk besonders gut unterstützt wird. Für Ilaris sind das Spieler…

…die sich eine schlankere und schnellere Alternative zu DSA 4.1 und 5 wünschen.

…die mehr Möglichkeiten und weniger Karmalzauberei als in DSA5 wollen.
…die nicht mehrere Stunden Spielzeit in einen Kampf investieren möchten.
…die ein ausgewogenes und faires Regelsystem erwarten.
…die eine gewisse Komplexität in einem einfachen Gerüst zu schätzen wissen.

Nicht auf ihre Kosten kommen werden hingegen Simulationisten, die kleinteilige Regeln wie die Pferdeausbildung aus der Zoo Botanica oder zur Dämonenbeschwörung liebgewonnen haben oder sich eine möglichst detailgetreue Kampfsimulation wünschen. Diese Wünsche wird Ilaris leider nicht erfüllen können.

Status und Umfang

Momentan befindet sich Ilaris in der Betaphase. Wir bespielen das System in mehreren Runden und haben mittlerweile schon einige Abenteuer hinter uns, wie etwa die Orkengold-Kampagne, Goldene Flügel, Brogars Blut und zwei selbstgebastelte One-Shots, und sind kürzlich in die Quanionsqueste gestartet. Währenddessen habe ich Ilaris beständig verbessert und erweitert und konzentriere mich momentan auf die Verfeinerung und das Streamlining der Regeln.

Der gesamte Regeltext ist etwa 90 Seiten lang und erlaubt die volle Bandbreite an profanen Helden. Unter den Zauberern sind die Gildenmagier, Elfen, Druiden, Hexen, Geoden, Alchemisten, Borbaradianer und Magiedilettanten vertreten, bei den Geweihten Praios, Rondra, Efferd, Boron, Phex und Hesinde. Die Liste der Zauber und Liturgien macht ein Drittel des Textes aus; darin sind alle Rituale und Liturgien (nach DSA 4.1) der genannten Traditionen und sehr viele Spruchzauber enthalten.

Natürlich wird es durch Layout und Bilder nicht ganz bei den 90 Seiten bleiben, aber inhaltlich sind die Regeln beinahe vollständig. Um die Regeln und die Gedanken dahinter wird es dann auch in den nächsten Beiträgen gehen.

Danke fürs Lesen und ich freue mich über Kommentare und Fragen,

Curthan/Lukas

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9 Gedanken zu “Ilaris – ein Überblick

  1. Na dann freue ich mich doch schon mal! Unsere Runde ist auf der Suche nach einer Alternative für DSA4.1 und will nicht den Wahnsinn bei DSA5 wieder von vorne mitmachen und was du als Designziel anführst kommt dem sehr Nahe was ich mir auch vorstelle.

    Bin schon sehr gespannt auf die Regeln… (auch erst als BETA, Fortschritt ist ja immer stetiger Wandel)

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    1. Hallo und freut mich dass du hier vorbei schaust! Nein, für die rsp-Blogs braucht man drei Posts in seinem Blog. Sobald die erreicht sind werde ich mich aber sicher dort anmelden.

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  2. Freue mich schon drauf, weil es meinen eigenen Zielen sehr nahe kommt. Wenn es praktikabel sein soll, dann denk bitte sind eine einfache Leitlinie zum Konvertieren von NSCs, Kreaturen und SCs von DSA 5 und 4.1 nach Ilaris.

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  3. Super. Hört sich genau richtig an. Wenn du noch ne andere Runde brauchst die deine Regeln mal Beta-Testen gern melden. Wir sind recht erfahren (mit Tharun-Autoren in der Runde), spielen Wöchentlich, haben schon viel über den DSA- Horizont geblickt und sind können im großen und ganzen mit deinen Zielen viel anfangen

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