Die Ritualzauberer kommen!

Seit meinem letzten eigenen Blogbeitrag ist ja durchaus schon ein Weilchen vergangen. Nach der Veröffentlichung habe ich mir erstmal eine Pause gegönnt, aber nicht nur. Denn in der Zwischenzeit haben wir auch die Ritualzauberer in Ilaris-Regeln gefasst. Und um genau diese Regeln geht es heute.

Letzte Woche ging es um Geweihte und Spruchzauberer und wie sich diese Gruppen in Ilaris unterscheiden. Diese Woche hingegen kommt die dritte große Gruppe ins Spiel, die Ritualzauberer. Ritualzauberer sind nach Ilaris noch nicht spielbar, aber in den letzten Monaten haben wir hart daran gearbeitet, dass sich das ändert. Dabei waren aber einige Stolpersteine zu überwinden, um die Ritualzauberer in schlanke und einheitliche Regeln zu fassen und ihnen ein einzigartiges Spielgefühl zu verleihen.

Von welchen Ritualzauberern sprechen wir eigentlich? Nun von den Schamanen, den Tierkriegern, den Blutgeist-Besessenen, den Zaubertänzern und den Derwischen. Zibiljas wird es nicht geben, weil sie zu selten gespielt werden. Im DSAForum scheint es nur zwei Threads zu Zibiljas zu geben. Einer davon beginnt so: „Hallo Foris, ich bin beim stöbern über die Zibilja gestoßen. Eine Tradition, die bei uns in der Gruppe bisher vollkommen ignoriert wurde.“ Die Schnittmenge von Ilaris-Spielern und Zibilja-Spielern dürfte also ziemlich sicher bei 0 liegen – wobei ich mich natürlich gerne eines besseren belehren lasse.

Auch bei den Ritualzauberern gibt es natürlich einiges, was sie mit den Spruchzauberern verbindet. Sie verwenden die gleichen Grundregeln für Magie, ihre Repräsentationen sind nach denselben Prinzipien aufgebaut und ein Ritual funktioniert  genau wie ein Zauber. Damit ist ein Ritualzauberer spielbar, ohne dass ihr euch durch langwierige Sonderregeln für jede Repräsentation zu kämpfen müsst.

Doch darüber hinaus gibt es natürlich auch einige Unterschiede. Spruchzauberer nehmen die meisten ihrer Sprüche aus dem gemeinsamen Pool der Spruchzauber, ergänzt um ein paar exklusive Zauberer ihrer Repräsentation. Bei den Geweihten ist es umgekehrt; sie besitzen wenige gemeinsame Liturgien, aber viele exklusive Liturgien. Ritualzauberer sind noch extremer und haben überhaupt nur exklusive Zauber.

Das Spielgefühl der einzelnen Ritualzauberer

Die Schamanen sind sicher die größten Brocken unter den Ritualzaubern. Sie sind das einzige Konzept, das ohne die Magie völlig undenkbar wäre. Ein Tierkrieger ohne Magie wäre immer noch ein Kämpfer, eine Zaubertänzerin eine gesellschaftlich angesehene Künstlerin. Doch der Schamane kann ohne Magie seine Rolle nicht erfüllen. Er wäre lediglich ein Scharlatan.

Wir sehen den Schamanen deswegen als Vollmagier, der den Spruchzauberern ebenbürtig ist. In einem Stamm ist seine Aufgabe vor allem, die Gemeinschaft zu beschützen. Er erkennt und beseitigt übernatürliche Gefahren, stärkt die Stammesmitglieder, ruft Geister (oder was der Schamane darunter versteht) zur Hilfe und verflucht die Feinde des Stammes. Praktischerweise sind all das Dinge, die auch für eine Heldengruppe ziemlich nützlich sind.

Ähnlich wie in DSA4.1 haben wir die meisten Rituale der Schamanen recht breit angelegt. Oft braucht der Schamane nur ein (teuer zu erlernendes) Ritual für etwas, wofür ein Spruchzauberer mehrere Zauber braucht. Andererseits ist das Besänftigen der Geister eine langwierige Aufgabe und so haben die meisten Schamanenrituale lange Vorbereitungszeiten. Schließlich will erst der Ritualplatz vorbereitet, der Mondstand abgewartet und das Tiergewand angelegt werden. Das wird natürlich nicht alles mit unzähligen Modifikatoren verwaltet – stattdessen kann der Schamane als einziger Spruchzauberer die spontane Modifikation Zeremonie freischalten: Je mehr Zeit er sich für die Ritualvorbereitung nimmt, desto höher der Bonus.

Umgekehrt wirken die Rituale eines Schamanen auch recht lange; viele enden überhaupt erst, wenn der Schamane die Wirkung aktiv beendet. Für solche Wirkungen muss der Schamane einen Teil der Astralkraft binden. Die gebundenen Astralpunkte kann er erst wieder regenerieren, wenn die Zauberwirkung beendet ist. Um dem Spieler diesen Nachteil schmackhaft zu machen, bietet die Schamanische Repräsentation einen Bonus: Je mehr Astralkraft der Schamane schon gebunden hat, desto höher ist seine Erleichterung für weitere Rituale.

Zuletzt wollten wir noch die Glaubenswelt des Schamanen an den Spieltisch holen. Oft wirkt es doch eher lächerlich, wenn der Schamane verzweifelt versucht, nur ja keine Geister zu verärgern – obwohl jeder Spieler weiß, dass das ohnehin egal ist. Oder egal war. Denn wer in Ilaris in von einem stärkenden oder schützenden Geist (oder Ritual) profitiert, sollte diesen Geist nicht verärgern. Sonst endet der Effekt für ihn sofort. Wer von den Stärkungen eines Schamanen profitieren will, muss also auch einen Teil des ‚Aberglaubens‘ mitmachen…

Die Durro-dûn oder Tierkrieger funktionierten in DSA4.1 schon gut: Sie haben eine klare Rolle im Hintergrund und funktionale Regeln. Insofern mussten wir hier nur wenig ändern. Wir haben versucht, die unterschiedlichen Tierkrieger etwas stärker voneinander abzuheben: Während der Bärenkrieger immer noch ein magisch verstärkter Kämpfer ist, sehen wir den Wolf auch als Jäger, den Gebirgsbock als Sammler und den Raben als weisen Einsiedler. So erlauben die Tierkrieger jetzt mehr Variantenreichtum und können auch in der Gruppe unterschiedliche Rollen besetzen.

Im Gegensatz dazu mussten wir den Blutgeist-Besessenen, oder Anach-nûr, der Ferkinas von Grund auf neu denken. Denn ihr eigentlich sehr interessanter Konzept ist durch seltsame Regelmechanik und teilweise völlig übertriebene Beschreibungen für Spieler uninteressant. In Ilaris ist die Regelmechanik der Besessenen ähnlich wie die der Tierkrieger – allerdings kann der Besessene sein Tier wechseln und ist dadurch flexibler. Diesen Vorteil erkauft er sich aber gleich mit mehreren Nachteilen: Erstens kann er nicht auf alle Fähigkeiten der Tierkrieger zugreifen. Zweitens erhält er eine zusätzliche Eigenheit, mit der der Tiergeist in bestimmten Situationen die Kontrolle übernimmt und den Besessenen in Tiergestalt oder in einen Blutrausch zwingt. Drittens erfordert die Bindung des Blutgeists viel gebundene Astralkraft. Diese fehlt dann für weitere Zauberer und macht den Besessenen abhängiger von den verbotenen Pforten oder Blutmagie. Beides wird auch von der Repräsentation mit Zuckerbrot und Peitsche gefördert – schließlich ist Blutmagie viel zu interessant, um sie den Borbaradianern zu überlassen…

Zaubertänzer und Derwische unterscheiden sich zwar vom Hintergrund, die Regeln in Ilaris sind aber sehr ähnlich. Beide benutzen lange Rituale, um ihre Verbündeten längerfristig zu stärken. Die Derwische glänzen vor allem in kriegerischen Situationen, in denen möglichst viele Verbündete gestärkt werden sollen. Zaubertänzer kommen hingegen eher in ruhigen Situationen zur Geltung und punkten mit hohen Wirkungsdauern bei vergleichsweise niedrigen Kosten.

Soweit unsere Gedanken zur groben Gestaltung der Ritualzauberer. Die Feinabstimmung steht aber noch bevor und dafür suchen wir engagierte Tester, die uns helfen, das hohe Niveau der Regeln zu halten. Meldet euch hier, per Email an ilarisrpg@gmail.com oder per PN im DSAForum!

Ich freue mich jedenfalls und wünsche liebe Grüße,
Curthan

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2 Gedanken zu “Die Ritualzauberer kommen!

  1. Klingt auf jeden Fall sehr interessant. Plant ihr eigentlich, auch die Zauberbarden umzusetzen? Seien es jetzt die von Aventurische Magie 1 oder die schon in DSA4 angekündigten, aber nie mit Regeln versehenen Magierbarden aus der Rohalszeit, deren Magie nach gewissen Globulenereignissen wieder verfügbar ist.

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  2. Bei den Zauberbarden sind wir noch sehr unschlssig. Ich persönlich bin zum Beispeil kein großer Fan. Derzeit ist aber nichts konkretes in Planung auch wenn ab und zu mal Ideen auftauchen. Am nächsten dran wären die Derwische.

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