Gastbeitrag: Was unterscheidet die Geweihten von Efferd und Ingerimm?

Im zweiten Gastbeitrag von Suilujian widmet er sich den Geweihten und was sie unterscheidet. Schließlich wollen wir jedem Zwölfgöttergeweihten ein eigenes Spielgefühl verleihen. Wer den Beitrag zu den Zauberern schon gelesen hat, kann übrigens gleich bei den übernatürlichen Fertigkeiten einsteigen.

Geweihte sollen in Ilaris möglichst nach denselben Regeln funktionieren wie Zauberer, dafür aber ein generell anderes Spielgefühl mitbringen und sich auch untereinander unterscheiden. Ähnlich wie auch bei den Zauberern geschieht diese Unterscheidung durch Vorteile, Übernatürliche Fertigkeiten und Traditionen.

Vorteile sind für Geweihte wie auch für Zauberer oder profane Charaktere in Bäume aufgeteilt. Jeder dieser Bäume setzt ein anderes Attribut voraus und diese Voraussetzung wird immer höher, je weiter man im Baum nach unten wandert. Man kann sich also schnell die erste Stufe jedes Baumes kaufen. Aber dann muss man sich für ein bis zwei Bäume entscheiden, um an die wirklich mächtigen spontanen Modifikationen und passiven Vorteile zu kommen.

Übernatürliche Fertigkeiten entsprechen den Liturgiekunden aus DSA4. Wir haben diese aber ein wenig aufgespalten. So erhält nun jeder Geweihte eine Fertigkeit für Basisliturgien, die allen Geweihten gemeinsam ist und den gemeinsamen Kanon aller zwölf Kirchen abdecken soll. Zwei oder drei weitere Fertigkeiten sollen bestimmte Aspekte und Richtungen des entsprechenden Kultes abbilden. Der Schwerpunkt einer Efferdgeweihten vom Großen Fluss wird in anderen Fertigkeiten liegen als der eines Bordgeweihten in der Blutigen See oder einer Mystikerin aus Havena, die mit den Neckern schwimmt.

zwölf
Das Symbol zur Übernatürlichen Fertigkeit „Zwölfgöttlicher Ritus“. Jede Fertigkeit hat Symbol dieser Art.

Traditionen bestimmen, wie Geweihte ihre Liturgien wirken. Die erste Stufe einer Tradition erlaubt es, Liturgien und die dafür benötigten übernatürlichen Fertigkeiten zu erlernen, stellt aber auch Bedingungen, wie Liturgien gewirkt werden müssen. Die zweite Stufe gibt Erleichterungen unter einer speziellen Bedingung oder gibt andere Vorteile beim Wirken von Liturgien. Die dritte Stufe schaltet eine weitere spontane Modifikation frei. Die letzte Stufe ist dann die Meisterschaft der Tradition. Hier darf der Spieler selbst kreativ werden, wie es DSA4.1-Spieler in ähnlicher Form von den Waffenmeisterschaften her kennen.

In Ilaris gibt es zu Beginn zwölf Traditionen: die der Geweihten von Boron, Efferd, Firun, Hesinde, Ifirn, Ingerimm bzw. Angrosch, Nandus, Peraine, Phex, Praios, Rondra und Swafnir. Das Spielgefühl beschreibe ich am besten anhand ihrer Liturgischen Fertigkeiten und herausragenden Momenten:

Boron
Liturgische Fertigkeiten: Schlaf, Tod, Vergessen
Sternstunde: Deine Liturgie vernichtet Dutzende Untote.

Efferd
Liturgische Fertigkeiten: Quellen und Flüsse, Seefahrt, Wind und Wogen
Sternstunde: Du bändigst den Sturm, der dein Schiff zu versenken droht.

Firun
Liturgische Fertigkeiten: Jagd, Wildnis, Winter
Sternstunde: Du sperrst einen Frevler in einen Eiskerker.

Hesinde
Liturgische Fertigkeiten: Lehre, Magie, Wissen
Sternstunde: Du wirfst die Flammenlanze eines Magiers auf ihn selbst zurück.

Ifirn
Liturgische Fertigkeiten: Jagd, Wildnis
Sternstunde: Du führst deine Gefährten unbeirrt stundenlang durch dichtes Schneetreiben, bis du eine sichere Zuflucht findest.

Ingerimm
Liturgische Fertigkeiten: Heiliges Erz, Heiliges Feuer, Handwerk
Sternstunde: Du fertigst eine meisterliche Streitaxt und weihst sie anschließend.

Nandus
Liturgische Fertigkeiten: Lehre, List, Wissen
Sternstunde: Mit göttlicher Hilfe verstehst du ein Symbol, das vor Fallen warnt, und kannst diese so umgehen.

Peraine
Liturgische Fertigkeiten: Fruchtbarkeit, Heilung
Sternstunde: Du reichst deinen Gefährten nach einem harten Kampf heilendes Wasser.

Phex
Liturgische Fertigkeiten: Abu al’Mada, List, Nächtlicher Schatten
Sternstunde: Du stiehlst ein mächtiges Artefakt aus einer gut bewachten Schatzkammer.

Praios
Liturgische Fertigkeiten: Licht, Magiebann, Ordnung,
Sternstunde: Dein Bannstrahl streckt einen Paktierer nieder.

Rondra
Liturgische Fertigkeiten: Ehre, Heerführung, Schutz der Schwachen
Sternstunde: Du besiegst einen Shruuf im Zweikampf.

Swafnir
Liturgische Fertigkeiten: Seefahrt, Wind und Wogen
Sternstunde: Du stärkst die Ottajasko vor dem Entern.

Liebe Grüße,

Suilujian

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2 Gedanken zu “Gastbeitrag: Was unterscheidet die Geweihten von Efferd und Ingerimm?

  1. Bin gerade erst über Ilaris gestolpert und bin ein wenig verwundert, dass Travia, Rahja und Tsa anderen (Halb-)Göttern weichen mussten. Auf der einen Seite kann ich verstehen, dass Nandus-, Swafnir- und Ifirngeweihte ansprechendere Heldencharaktere hergeben als die genannten drei, allerdings habe ich diese immer als abgeschwächtere/spielbarere Varianten ihrer Elterngottheit (Hesinde bzw. Efferd bzw. Firun) gesehen und hoffe, dass bei den Liturgien weiterhin die klassischen 12-Götter maßgeblich sein werden. Davon ab führt es mich zur Frage, ob Halbgöttergeweihte gleich mächtig wie (Voll)göttergeweihte sein werden? Oder wurde Regelseitig die Differenzierung von Halb-, Voll- und Viertel- Geweihtern/Zauberern über Bord geworfen im Sinne der Vereinfachung?

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    1. Sorry erstmal für die verspätete Antwort: Es gibt keinen regeltechnischen Unterschied zwischen Halb- und Zwölfgöttergeweihten. Allerdings kann man zwischen allen Geweihten differenzieren. So kann man einen leicht von der Gottheit berührten Rondrageweihten spielen, der hauptsächlich auf seine profanen Fähigkeiten vertraut. Und eine Ifirngeweihte, mit der die Göttin noch viel vor hat – oder eben genau umgekehrt. Dasselbe gilt bei Zauberern. Manche Gildenmagier sind eigentlich furchtbare Zauberer und haben nur dank mächtiger Fürsprecher und großzügigen ‚Spenden‘ den Abschluss geschafft; andere sind mit der astralen Gabe reichlich gesegnet, bleiben aber mangels Ausbildung Magiedilettanten. Deswegen sind die AsP/KaP in Ilaris nicht an die jeweilige Tradition geknüpft, sondern können individuell gewählt werden.

      Warum manche Halbgöttergeweihten schon enthalten sind, ist einfach: Weil es einfach war. Eine Tradition ist schnell entwickelt, aber Liturgien brauchen viel, viel Arbeit. Zum Glück haben Swafnirgeweihte beinahe dieselben Liturgien wie Efferdgeweihte. Es war also naheliegend, sie auch mit ins Buch zu nehmen. Dasselbe gilt für Ifirn und Nandus. Im Gegensatz dazu hätten wir für Travia viele Liturgien neu erstellen müssen, was die Veröffentlichung deutlich verzögert hätte.

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