Blogstöckchen

Andreas von rpgnosis hat mich in eine ganz schön schwierige Lage gebracht. Einerseits hasse ich Kettenbriefe, andererseits sind die Fragen zu interessant, um sie unbeantwortet zu lassen. Deswegen wähle ich den klassischen faulen Kompromissund fange und behalte das Stöckchen – bewährte Hundetaktik eben.

Welches Rollenspielprodukt hat dich persönlich am meisten geprägt?
Das Wege der Helden und zwar in zweierlei Hinsicht. Erstens war es das erste Rollenspielbuch, das ich in die Finger bekam. Wir hatten damals keine Weltbeschreibung und mein ganzes Wissen über Aventurien kam aus den Kulturbeschreibungen des Buches. Zweitens fiel mir Jahre später im Wege der Helden auf, wie undurchdacht und unfair Teile von DSA 4.1 sind. Mit dem gleichen Buch lernte ich also auch, kritisch mit Rollenspielregeln umzugehen.

 

 Was ist die beste Regel, die dir je in einem Rollenspielsystem untergekommen ist, welches die schlechteste?
Puh, nicht einfach. Sehr, sehr schöne Regeln sind finde ich die Aspekte nach Fate und Risikomechanismen, wie zum Beispiel die Manöver in DSA. Nicht umsonst finden sich ähnliche Mechanismen in Ilaris.
Extrem schlechte Regeln untergraben einen Regelkomplex oder sogar das ganze Spiel. Zum Beispiel die Paketrabatte in DSA4.1, die die Fairness des Punktesystems zerstören. In Brettspielen passiert das oft durch Erweiterungen, die das Grundprinzip des Spieles zerstören, zum Beispiel Seven Wonders – Leaders oder Alhambra – Die Macht des Sultans.

 

Wenn du heute nochmal eine Spielrunde starten könntest, die inhaltlich und vom Stil her genau so läuft wie deine allererste, würde das funktionieren? Warum?
Wohl kaum. Dazu habe ich mich doch viel zu sehr weiterentwickelt, was den Stil betrifft.

 

Du beschließt nach reiflicher Überlegung, die nervige Spielrunde nebenan mit der Rollenspielpolizei zu SWATten – was haben sie angestellt?
Die erfahrenen Spieler drängen sich bei jeder Gelegenheit in den Vordergrund, anstatt den Neulingen mal einen Schubs zu geben und sie gezielt anzuspielen.Hände auf den Rücken, alles was Sie spielen kann gegen Sie verwendet werden!

 

Was vermisst du heute am Rollenspiel, was vor 20 Jahren (bzw. in den ersten Jahren, als du angefangen hast) noch anders und viel besser war?
Die Zeit. Die ganzen 10-stündigen Rollenspielmarathons, bei denen eigentlich gar nicht viel passierte und die wir mit mehrstündigen Kämpfen verbrachten, ohne dass uns das störte. Vielleicht lag das aber auch alles am deutlich höheren Bierkonsum.

 

Welche Settings sind im deutschsprachigen Raum deiner Meinung nach völlig unterrepräsentiert?
Ich persönlich hätte gerne ein Low-Fantasy Setting, in dem die Vernichtung der Menschheit durch eine Naturkatasrophe, Klimaänderung oder einen überlegenen Feind (keine Zombies) nur noch eine Frage der Zeit ist und die Menschen in den Untergrund drängt. Also eine düstere Vision ohne künstlich aufgesetzte „grimdark“ Elemente. Aber so etwas gibt es sicher schon…

 

Du gewinnst ganz groß im Lotto und kaufst einen Rollenspielverlag deiner Wahl! Welchen und warum?
Den Uhrwerk Verlag. Weil die wenigen Myranor-Publikationen, die ich besitze, durchwegs ziemlich großartig sind und ich gerne wüsste wie sie das machen.

 

Wenn du die Wahl hättest, würdest du auf 20% deiner Arbeitszeit und deines Gehalts verzichten, um mehr Zeit für Privates zu haben?

Eigentlich habe ich ja einen 30-Stunden-Vertrag. Eigentlich. Sollte ich aber einmal tatsächlich für 40 Stunden bezahlt werden ein ganz klar ja.

 

Welches ist dein Lieblingswürfel und warum?Jpeg

Zum Geburtstag habe ich meiner Freundin einen W20 aus Edelstahl 3D-drucken lassen. Der Würfel wird nur zu besonderen Gelegenheiten hervorgeholt, hat aber bisher trotzdem noch keinen SC auf dem Gewissen. Qualität lohnt sich eben.

 

 

Wenn die Rollenspielfee dir einen Wunsch gewähren würde, der alle Rollenspieler der Welt betreffen muss, welcher wäre das?
O Rollenspielfee! Gewähre allen Rollenspielern die Fähigkeit, Tatsachen und Meinungen unterscheiden zu können und die Meinungen und Vorlieben anderer zu respektieren!

 
Mit diesem frommen Wunsch verabschiede ich mich und wünsche noch ein schönes Wochenende,
Lukas

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